Unser Sterilgutkreislauf

Medizinprodukte zur diagnostischen Verwendung oder für invasive Eingriffe werden in 8 Schritten nach validierten Verfahren gereinigt, desinfiziert, verpackt, sterilisiert und zu den Abteilungen transportiert – alles lückenlos dokumentiert.

1. Vorreinigung und Entsorgung

Nach der Rücknahme der kontaminierten Medizinprodukte beginnt der Aufbereitungszyklus nach standardisierten Verfahren. Die visuelle Beurteilung durch die Fachkräfte ist dabei unerlässlich. Es erfolgt eine Vorsortierung nach vorgegebenem Muster. Etwaige aufbereitungsfremde Medizinprodukte werden entsorgt.

2. Manuelle/maschinelle Reinigung und Desinfektion

Eine sichere Sterilisation kann nur gewährleistet werden, wenn eine rückstandsfreie Reinigung und eine zuverlässige Desinfektion garantiert wird. Eine Validierung der Reinigungs- und Desinfektionsprozesse in unseren Reinigungs- und Desinfektionsgeräten nach
EN ISO 15883 ist somit ein wesentlicher Aspekt unseres Qualitätsmanagements. Je nach Herstellerangaben differenzieren wir zwischen thermostabilen und thermolabilen Medizinprodukten. Nur thermostabile Medizinprodukte können der maschinellen Aufbereitung zugeführt werden.

3. Pflege und Prüfung

Nach erfolgreichem Reinigungs- und Desinfektionsprozess werden die Instrumente durch unsere Mitarbeiter/innen elektronisch freigegeben. Nach einer Kontrolle des Instrumentariums am Feinarbeitsplatz, an dem der Zustand des Medizinprodukts evaluiert wird, werden die Instrumente gepflegt und sortiert den elektronisch hinterlegten Setlisten zugeordnet.

4. Verpacken und Produzieren

Um eine aseptische Bereitstellung des Produktes am Ort der Verwendung zu gewährleisten, ist es zwingend notwendig, dass die Verpackung ein Sterilbarrieresystem gemäß DIN EN 868 bildet. Unsere Mitarbeiter/innen achten darauf, dass jedes Medizinprodukt den Anforderungen entsprechend verpackt wird. Im Anschluss erhält jedes Produkt ein Produktionsetikett, das die lückenlose Rückverfolgbarkeit des durchlaufenen Sterilgutkreislaufs garantiert.

5. Sterilisation und Freigabe

Um von einem erfolgreichen Sterilisiervorgang auszugehen, sind die gemeinsamen Empfehlungen des RKI und BfArM zur „Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ einzuhalten. Optisch für die Mitarbeiter/innen sichtbar, wird dies einerseits durch eine Prozessdokumentation, welche in der EDV ausgegeben wird und andererseits durch einen chemischen Indikator, der jeder Charge beigegeben wird. Durch die fachkundliche Qualifikation ist jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin unserer Abteilung dazu in der Lage, diesen Testindikator zu interpretieren. Nur ein makroskopisch unversehrtes Sterilgut wird freigegeben.

6. Kommissionierung und Bereitstellung

Nach definierten Fahrplänen werden die Sterilgüter von bewährten externen Transportdienstleistern, durch Praxismitarbeiter/innen bzw. durch den hauseigenen Hol- und Bringedienst an den Kunden ausgeliefert. Durch diesen flexiblen Service wird gewährleistet, dass Ihnen das Medizinprodukt „just in time“ zugeführt werden kann. Die Lagerungsdauer wird durch die Transportmethode nicht beeinflusst.

7. Logistik und Lagerung

Ist das Sterilgut durch unsere Mitarbeiter/innen elektronisch ausgegeben, werden die Produkte in die dafür vorgesehenen Transportwagen oder Transportbehälter geladen und bis zur Abholung gelagert. Jeder Verpackungseinheit wird ein Lieferschein beigefügt.

8. Anwendung

Bei der Lagerung beim Anwender sind grundsätzlich die Vorgaben der DIN 58953 Teil 7-9 zu beachten. Bei Benutzung von teilbaren Etiketten zur Dokumentation kann ein Teil nach Anwendung in die patienteneigene Operationsdokumentation eingeklebt werden. Nach der Anwendung am Patienten wird das kontaminierte Instrumentengut dem Lieferanten bereitgestellt und zu uns transportiert. Der Sterilgutkreislauf beginnt von Neuem.

 
 
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Ansprechpartner

  • Andre Haarbach
    Leitung Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA)

    Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg
    Ladeburger Str. 17
    16321 Bernau bei Berlin
    T 03338 694-547
    F 03338 694-546
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